Katzenhaarallergie


      Vorwort

      Viele Züchter beantworten noch nicht einmal mehr Anfragen von Allergikern, geschweige denn von Besuchsterminen. Oft erfahre ich auch erst beim Besuchstermin von den Kittenliebhabern, dass ich einen Allergiker vor mir zu sitzen habe. Der Grund der Züchter ist einfach, die Zeit die aufgewendet wird, um ein komplettes Beratungsgespräch zu führen und einen oder auch mehrere Besuchstermine zu vereinbaren, ist viel zu aufwendig und umständlich, dafür das am Ende vielleicht doch kein Kätzchen abgegeben werden kann.

      Diese Begründung werden Sie selbstverständlich nicht zu hören bekommen, sondern: "Die Allergie könnte irgendwann wieder auftreten und dann muss das Kätzchen abgegeben werden. Da wir ein endgültiges Zuhause für unsere Kätzchen suchen, geben wir nicht an Allergiker ab."

      Das ist alles schön und auch richtig, wer züchtet wünscht sich selbstverständlich ein endgültiges Zuhause für seine Kleinen, jedenfalls wem was an seinen Kätzchen liegt. Die Hauptaussage solch einer Antwort ist eigentlich, dass immer das Risiko besteht das Kätzchen nach 4 Wochen wieder zurück zu bekommen. Das bedeutet, ein wesentlich älteres und nicht mehr so leicht zu vermittelndes Kätzchen wieder in die Katzengruppe integrieren zu müssen. Leider ist es auch so, dass eine Katzenhaarallergie auch oft einfach eine Ausrede ist, ein Tier abgeben zu können. Schließlich ist das der zu 70 % angegebene Grund, warum Menschen ihre Tiere im Heim abgeben. Also ehrlich 70 %? Na Mensch, da müsste die halbe U-Bahn, S-Bahn oder Bus anfangen zu niesen, sobald ich einsteige… Damit erklärt sich dann auch das Misstrauen so mancher Züchter.

      Auch das ist selbstverständlich nachvollziehbar, wir jedoch haben uns entschlossen, die Allergiker nicht wegzuschicken, da jemand der sich von ganzem Herzen ein Kätzchen wünscht, aber keins haben kann, wohl kaum irgendwann auf die Idee kommen würde, das geliebte Kätzchen ins Tierheim zu stecken. Und was soll ich sagen, bisher haben wir nur sehr gute Erfahrungen mit unseren Allergikern gemacht. Aber dazu lesen Sie bitte weiter.

      Zu dem Thema Allergie gibt es unzählige Webseiten. Schon alleine bei Google verliert man schnell die Übersicht und Lust, als Betroffener, brauchbare Informationen zu filtern. Aufgrund der hohen Anfragen, von Allergikern, haben wir beschlossen, hier einmal kurz und bündig das Wichtigste zu erklären.

      Wie äußert sich eine Katzenhaarallergie?

      Die Intensität und die Anzahl der Symptome sind unterschiedlich. Die am häufigsten Auftretenden sind

      • Niesen
      • Rote und / oder tränende Augen
      • Juckreiz und / oder Anschwellen bis hin zur Bildung von Quaddeln bei kleinen Kratzverletzungen, Nesselsucht.


      Wie ist das zu erklären oder was genau ist überhaupt eine Katzenhaarallergie?

      Das worauf Allergiker dieser Sparte reagieren, sind nicht die Katzenhaare selber, sondern das Protein FelD1, welches sich im Speichel der Katze befindet. Durch die tägliche Fellpflege, das Putzen mit der Zunge, verteilt sich dieses Protein im gesamten Katzenfell und fliegt durch einzelne Härchen schnell durch die ganze Wohnung. Deswegen nennt man es auch Katzenhaarallergie.

      Was kann man dagegen tun?

      Oh weh, ich bin nicht überzeugt von den Möchtegern-Allergieärzten, zu viele lustige Sachen habe ich bereits gesagt bekommen. Ein paar ganz vorsichtige Kittenliebhaber haben sich vorab bei solch einem Arzt auf eine Katzenhaarallergie untersuchen lassen. Mit einem negativen Ergebnis und den Rat des Arztes, sich lieber keine Katze anzuschaffen, da ja dann plötzlich eine Allergie ausbrechen könnte, wurden diese Leute wieder weggeschickt. Positive Katzenhaarallergiker, natürlich mit derselben Nachricht und der Information, sollten Sie dagegen verstoßen werden Sie mit Sicherheit Asthma bekommen. Also bitte… hat man eine Allergie, darf man nicht. Hat man keine, auch nicht?! Ich hab immer das Gefühl solche Ärzte mögen keine Tiere. Den Weg kann man sich sparen. Übrigens beide Kittenliebhaber, haben bereits ein bzw. zwei Kätzchen von uns, und reagieren nicht allergisch.

      Es gibt auch Katzenshampoos die wohl das komplette Protein aus dem Katzenfell heraus wäscht, viele Allergiker haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Aber ernsthaft, wer möchte schon jeden Tag Bagira in die Wanne stecken? Was besagtes Produkt allerdings nicht erwähnt, ist das der Mensch mit der Zeit beim Zusammenleben mit der Miez desensibilisiert. Jaaaaa… deswegen wirkt auch das Shampoo noch nach Jahren, weil man schon gar nicht mehr reagiert. :)

      Auf manchen Seiten liest man noch von dem Ozonluftgerät, gegen Katzenhaarallergie oder von der Desensibilisierung beim Arzt usw. darauf gehe ich hier nicht weiter ein.

      Was hat das mit der Sibirischen Katze zu tun?

      Jaaaa, die Sibi soll das FelD1 Protein gar nicht oder nur sehr wenig haben. Deswegen wird sie auch als Hypoallergen bezeichnet. In Amerika werden sogar die Katzen auf die Höhe des FelD1 getestet. Und es wurde festgestellt das Allergiker auf Katzen ohne FelD1 entweder reagiert haben oder nicht. Genauso bei Katzen mit einem hohen FelD1 Titer, haben viele Allergiker nicht reagiert, aber einige schon. Also leider ein nicht aussagekräftiger Test.

      Hm, Zwickmühle also kann man vorher nie genau sagen, ob ein Allergiker auf die Miezen reagiert oder nicht. Da hilft dann nur ausprobieren. (Blöd nur wenn, man von den Züchtern dauernd abgewiesen wird.) Nicht verzagen, weiterfragen, eine Anfrage beim Züchter lohnt sich immer.

      Mit meinen Allergikern habe ich die Erfahrung gemacht, dass das Allergierisiko von Cattery zu Cattery unterschiedlich ist. Das heißt, wenn Sie bei Cattery A sehr stark auf die Katzen reagiert haben, muss das bei Cattery B oder C nicht auch sein. Durchhalten ist also angesagt. Ich hab schon die stärksten Allergiker bei mir gehabt, ganze Familien wo die Mama und 3 Kinder mit Allergien zu kämpfen hatten. Dort leben mittlerweile 3 Kätzchen von mir. Ich habe viele positive Erfahrungen gemacht, aber auch einige, wenige die doch zu stark auf ein Kätzchen reagiert hatten. Diesen Menschen konnte hoffentlich ein anderer Züchter weiterhelfen. Ich weiß noch genau, es waren zwei sehr liebe Leute, die sich sehnlichst ein Kätzchen gewünscht hatten. Und die viel mit der Enttäuschung hatten kämpfen müssen.

      Oft ist es auch so, dass wir ganz liebe Leute da haben, die trotz allem reagieren, die Nase läuft, die Augen tränen ein bisschen…und zu guter Letzt hatten Sie sich aber schon in ein Kätzchen verliebt. Den Leuten sage ich immer, vergessen Sie nicht, sie sind bei mir in einem Mehrkatzenhaushalt, das ist etwas anderes als 1 oder 2 Katzen. Wenn wir Kätzchen bei so einem Fall abgeben, vereinbaren wir ein Rückgaberecht von 4 Wochen. Die Eingewöhnungszeit bei der Miez wird sich auf 2 Tage belaufen, bei dem Allergiker auf ca. 3 Wochen. Der Ratschlag, die Schlafzimmertür erst mal geschlossen zu halten, damit sich der Körper nachts von den Anstrengungen am Tage inkl. der Bekämpfung der Allergie erholen kann, findet genau 3 Tage Gehör, danach geht das nicht mehr weil "sie mauzt ja so süß, und ist ja sooo alleine". Innerhalb von 3 Wochen kann sich die Allergie soweit zu rückziehen, dass man auf sein Kätzchen nicht mehr reagiert, das ist eine Desensibilisierung auf dem leichten Wege.

      Fazit:

      Bisher konnten alle Miezen die zu Allergikern gezogen sind, auch dort bleiben. Von Keinem, und zwar wirklich gar Keinem, wurde das 4 Wochen Rückgaberecht in Anspruch genommen. Viele haben sich nach einiger Zeit eine Zweite oder Dritte Miez von uns geholt. Das macht im Schnitt ca. 65 % Prozent unserer Kitten in Allergikerhaushalten. Ich denke dafür, dass ja so "gar keine Chance" für Allergiker besteht, ist die Trefferquote sehr hoch. :)